Facharzt/-ärztin für Innere Medizin und Angiologie

Aktualisiert: 12.05.2026

Spezialisten für Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Diagnose, Behandlung und Prävention von Gefäßerkrankungen.
Was macht man in diesem Beruf?
Die Facharztausbildung für Innere Medizin und Angiologie kombiniert das breite Spektrum der Inneren Medizin mit der hochspezialisierten Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des Gefäßsystems. Angiologie befasst sich mit Arterien, Venen und Lymphgefäßen sowie den damit verbundenen Krankheitsbildern. Fachärzte/-innen in diesem Bereich sind Experten für Durchblutungsstörungen, Venenerkrankungen, Lymphödeme und arterielle Verschlusskrankheiten. Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Prävention, Früherkennung und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die weltweit zu den häufigsten Todesursachen zählen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Fachrichtungen ist dabei unerlässlich, um eine umfassende Patientenversorgung zu gewährleisten. Das Feld der Angiologie entwickelt sich stetig weiter, was kontinuierliche Fortbildung und die Auseinandersetzung mit neuen Behandlungsmethoden erfordert.
Typische Aufgaben
- Diagnose von Gefäßerkrankungen mittels Anamnese, körperlicher Untersuchung und apparativer Diagnostik
- Durchführung und Interpretation von bildgebenden Verfahren wie Ultraschall (Doppler, Duplex), Angiographie und CT/MRT
- Entwicklung individueller Therapiepläne, einschließlich medikamentöser Behandlung, interventioneller Verfahren und chirurgischer Empfehlungen
- Betreuung von Patientinnen und Patienten mit chronischen Gefäßerkrankungen
- Beratung zu Präventionsmaßnahmen und Lebensstiländerungen
- Behandlung von akuten gefäßbezogenen Notfällen
- Dokumentation und wissenschaftliche Arbeit
Spezialisierungen
Nach der abgeschlossenen Facharztausbildung in Innerer Medizin und Angiologie eröffnen sich vielfältige Spezialisierungsmöglichkeiten. Ein Schwerpunkt kann die interventionelle Angiologie sein, die sich auf minimalinvasive Katheterverfahren zur Behandlung von Gefäßverengungen und -verschlüssen konzentriert. Ebenso ist eine Vertiefung in die konservative Angiologie möglich, welche sich auf die medikamentöse und physikalische Therapie von Gefäßerkrankungen konzentriert. Weitere Spezialisierungen umfassen die Lymphologie, die sich mit Erkrankungen des Lymphsystems befasst, oder die Phlebologie, die sich auf Venenerkrankungen spezialisiert. Auch die Behandlung von Wundheilungsstörungen, die oft mit Gefäßerkrankungen einhergehen, kann ein eigener Fokus werden. Die Forschung in der Angiologie bietet ebenfalls spannende Perspektiven für eine weitere wissenschaftliche Laufbahn.
Skills und Tools
Für Fachärzte/-innen für Innere Medizin und Angiologie sind neben fundierten medizinischen Kenntnissen auch ausgeprägte diagnostische Fähigkeiten unerlässlich. Die Beherrschung moderner bildgebender Verfahren wie Ultraschall, Angiographie sowie CT und MRT ist von zentraler Bedeutung. Empathie und Kommunikationsstärke sind wichtig, um Patientinnen und Patienten verständlich über komplexe Krankheitsbilder und Therapieoptionen aufzuklären. Präzision und Sorgfalt bei der Durchführung von Untersuchungen und Behandlungen sind ebenso entscheidend wie die Fähigkeit zur interdisziplinären Zusammenarbeit. Technisches Verständnis für die Bedienung medizinischer Geräte und die Bereitschaft zur ständigen Weiterbildung sind unerlässlich, um auf dem neuesten Stand der medizinischen Erkenntnisse zu bleiben. Belastbarkeit und die Fähigkeit, auch in stressigen Situationen ruhig und besonnen zu handeln, runden das Anforderungsprofil ab.
Ausbildung und Einstieg
Der Weg zur Fachärztin/zum Facharzt für Innere Medizin und Angiologie ist anspruchsvoll und erfordert eine mehrjährige Weiterbildung. Zunächst ist ein abgeschlossenes Medizinstudium mit Staatsexamen und Approbation erforderlich. Darauf folgt die mehrjährige Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin, die in der Regel mindestens 60 Monate umfasst und in zugelassenen Weiterbildungsstätten absolviert wird. Nach Abschluss der Weiterbildung in Innerer Medizin kann eine weitere spezialisierte Weiterbildung in Angiologie angeschlossen werden, die zusätzliche 24 Monate dauert. Diese Weiterbildung vermittelt vertiefte Kenntnisse und praktische Fertigkeiten in der Diagnostik und Therapie von Gefäßerkrankungen. Die genauen Inhalte und Dauer der Weiterbildungen sind in den Weiterbildungsordnungen der jeweiligen Landesärztekammern geregelt.
Bewerbungs- und Jobtipps
Bei einer Bewerbung als Facharzt/-ärztin für Innere Medizin und Angiologie ist es wichtig, Ihre spezifischen Qualifikationen und Erfahrungen hervorzuheben. Betonen Sie Ihre Expertise in der Diagnostik und Therapie von Gefäßerkrankungen sowie Ihre Kenntnisse in relevanten bildgebenden Verfahren. Führen Sie Ihre Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen detailliert auf und belegen Sie diese gegebenenfalls mit Zertifikaten. Beschreiben Sie Ihre Erfahrungen in der interdisziplinären Zusammenarbeit und Ihre Fähigkeit, komplexe Fälle zu managen. Zeigen Sie Ihre Motivation für die spezifische Stelle und das jeweilige Fachgebiet auf und erläutern Sie, wie Ihre Fähigkeiten zum Erfolg des Teams beitragen können. Ein gut strukturierter Lebenslauf und ein aussagekräftiges Anschreiben sind entscheidend, um einen positiven ersten Eindruck zu hinterlassen.
Gehalt
Das Gehalt für Fachärzte/-innen für Innere Medizin und Angiologie kann stark variieren und hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z. B. Berufserfahrung, Art der Anstellung (Krankenhaus, Praxis, Uniklinik), Region und Tarifverträgen. In Krankenhäusern orientiert sich das Gehalt oft an Tarifverträgen für Ärzte, wie dem Tarifvertrag für Ärzte (TV-Ärzte) VKA oder dem Tarifvertrag für Universitätskliniken (TV-Ärzte TdL). In niedergelassenen Praxen sind die Einkünfte stärker von der Patientenfrequenz und der Abrechnung mit den Krankenkassen abhängig. Generell kann man von einem Einstiegsgehalt im Bereich von etwa 6.000 bis 7.500 Euro brutto pro Monat ausgehen, das mit zunehmender Berufserfahrung und Spezialisierung deutlich ansteigen kann. Oberärzte/-innen oder leitende Angestellte können auch deutlich höhere Gehälter erzielen. Es ist ratsam, sich über die branchenüblichen Gehälter in der jeweiligen Region und Anstellungsart zu informieren.
FAQ
Welche Krankheiten fallen in den Bereich der Angiologie?

Die Angiologie befasst sich mit Erkrankungen der Arterien, Venen und Lymphgefäße. Dazu gehören beispielsweise die arterielle Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit), Venenthrombosen, Krampfadern, Lymphödeme und Aneurysmen.


Welche diagnostischen Verfahren werden in der Angiologie eingesetzt?

Typische diagnostische Verfahren sind die Doppler- und Duplexsonographie, die Angiographie (konventionell und CT/MRT-basiert), die Venenverschlussplethysmographie und die Lichtreflexionsrheographie.


Wie unterscheidet sich die Angiologie von der Kardiologie?

Während sich die Kardiologie primär mit Erkrankungen des Herzens befasst, konzentriert sich die Angiologie auf das gesamte Gefäßsystem des Körpers, also Arterien, Venen und Lymphgefäße, unabhängig von ihrer Lage.


Welche Weiterbildung ist für die Angiologie notwendig?

Um als Angiologe/-in tätig zu sein, ist in der Regel eine abgeschlossene Facharztausbildung in Innerer Medizin mit anschließender Weiterbildung in Angiologie erforderlich.

Hinweis:
Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und wurden mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt. Sie stellen keine individuelle Berufs-, Rechts- oder Karriereberatung dar. Angaben zu Aufgaben, Ausbildung, Zugangsvoraussetzungen, Gehalt oder Berufsaussichten sind unverbindliche Richtwerte und können je nach Region, Arbeitgeber, Qualifikation, Berufserfahrung sowie aufgrund gesetzlicher oder tariflicher Änderungen abweichen. Eine Gewähr für Aktualität, Vollständigkeit oder Richtigkeit der Inhalte wird nicht übernommen.
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